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Professionelle Zahnreinigung (PZR)

Ist Zahnfleischbluten etwas Schlimmes?

Jeder kennt das Sprichwort „Gesund beginnt im Mund"!

Stellen Sie sich vor: Unsere Mundhöhle wird von ca. 100 Milliarden Bakterien besiedelt, zu denen auch krankheitserregende Arten zählen. Gegen bakterielle Angriffe ist unser Organismus mit verschiedenen Abwehrsystemen ausgestattet. In diesem Zusammenhang spielt in der Mundhöhle unser Zahnfleisch die entscheidende Rolle. Es stellt nämlich eine biologische Barriere gegen Eindringlinge dar, indem es sich manschettenartig um den Zahnhals anschmiegt. Auf diese Art und Weise werden die Knochenfächer, in denen unsere Zähne verankert sind, abgedichtet und somit unser ganzer Organismus vor bakteriellen Invasionen geschützt.

Das ganze kann natürlich nur dann funktionieren, wenn diese biologische Barriere intakt ist. Was nützt ein Moscquito-Netz mit Löchern? Um unsere einleitende Redewendung erfüllen zu können, müssen wir unbedingt erreichen, dass unser Zahnfleisch entzündungsfrei ist. Denn ein gesundes Zahnfleisch ist der „Matchwinner" im Duell gegen bakterielle Infektionen.

Wie werden Zahnfleisch und Zähne krank?

Von Natur aus ist unser Kauorgan so konzipiert, dass es durch seine Anatomie und die Eigenschaften des Speichels zur Selbstreinigung fähig ist. Leider hat Mutter Natur das Zuckerrohr nicht mit eingeplant, das sich seit ca. 1850 in den europäischen Industriestaaten etabliert hat.

Zucker hat zwei Besonderheiten, die sowohl unserem Zahnfleisch als auch unseren Zähnen indirekt Schaden zufügen können:

  1. Einerseits steht Zucker auf dem Speiseplan von Kariesbakterien. Bei seiner Verstoffwechselung entstehen schädliche Säuren, die aus dem Zahnschmelz Mineralien wie Kalzium und Phosphat herauslösen und so ins Zentrum des Zahnes vordringen. Wir nennen das Ergebnis dieses Prozesses kariöse Läsion – im Volksmund bekannt als „Loch". Ist der Zahnnerv erreicht, führen Entzündungsstoffe der Bakterien zum bekannten Zahnschmerz mit den Symptomen Temperatur- und Aufbissempfindlichkeit.
  2. Andererseits fördert Zucker aufgrund seiner klebrigen Konsistenz die Bildung von Zahnbelag, was wir als Biofilm – eine Mischung aus Bakterien und Nahrungsbestandteilen - bezeichnen. Dieser Biofilm wächst bevorzugt am Zahnfleischrand und bewirkt zunächst eine Irritation des Zahnfleisches. Wird er im Rahmen der häuslichen Mundhygiene nicht entfernt, wird der Biofilm zu einem harten Belag, bekannt als Zahnstein, ausmineralisieren. Nach ca. zwei Wochen führt dieser Reifungsprozess zu einer Zahnfleischentzündung. Die Symptome sind Rötung und Blutung. In diesem Moment ist unsere oben beschriebene natürliche Abwehrbarriere zerstört. „Das Moscquitonetz hat nun Löcher" und Krankheitserreger können nun leichter in unseren Kieferknochen und somit in unseren Organismus eindringen.

Was können wir für unsere Zahngesundheit tun?

Aus diesen Ausführungen wird eines klar: Wir müssen verhindern, dass Biofilm und Kariessäuren durch Zuckerverstoffwechselung entstehen. Das können wir zum einen über eine ausgewogene, zuckerarme Ernährung erreichen. Zum anderen wird über eine optimale Mundhygiene den Kariesbakterien das Nährstoffangebot entzogen, das sie benötigen, um zahnschädliche Säuren und Biofilm zu produzieren. Zu den benötigten Zahnpflegeartikeln zählen Zahnbürste (ggf. elektrisch), Zahnseide und Zahnzwischenraumbürstchen. Für die Zungenreinigung werden auch spezielle Zungenschaber angeboten.

Zusätzlich sind 2 Kontrolluntersuchungen durch den Zahnarzt von entscheidender Bedeutung, um beginnende Krankheitsprozesse in der Mundhöhle frühzeitig zu erkennen. Dabei spielen nicht nur zahnbezogene Erkrankungen wie Karies und Zahnfleischentzündung eine Rolle, sondern auch bösartige Veränderungen des Kieferknochens und der Mundschleimhaut.

Warum ist eine PZR so wichtig?

Sind wir nun nicht optimal versorgt, wenn wir unsere Zähne und unser Zahnfleisch mit Zahnbürste & Co. reinigen und pflegen?

Jeder kennt das Problem, die ganz hinten in der Mundhöhle befindlichen Backenzähne zu erreichen. Man arbeitet aufgrund der extrem engen Platzverhältnisse, die uns die Anatomie der Mundhöhle vorgibt, mehr oder weniger blind. Hinzu kommt, dass durch anatomische Besonderheiten an den Zähnen (z. B. Einziehungen im Bereich des Zahnhalses) oder durch spezielle prothetische Versorgungen (z. B. Brücken) eine ideale Mundhygiene erschwert oder unmöglich wird.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die oft mangelnde Bereitschaft zur täglichen Mundhygiene. Die Fähigkeit, seine Zähne mit Zahnbürste & Zahnseide so zu reinigen, dass Zähne und Zahnfleisch intakt bleiben, ist keinem Menschen in die Wiege gelegt und muss erst erlernt werden. Dabei spielt weniger die Häufigkeit, als vielmehr die richtige Technik der einzelnen Zahnpflege-Maßnahmen die spielentscheidende Rolle. Sich diese anzueignen und jeden Tag konsequent durchzuführen erfordert ein Höchstmaß an Disziplin und gutem Willen.

Das Entscheidende bei der häuslichen Mundhygiene ist also die korrekte Technik. Daraus lässt sich folgern, dass nicht alle Patientengruppen diese Fähigkeit besitzen können. Man denke nur an Kinder, Senioren oder behinderte Menschen. Bei allen dreien ist die manuelle Geschicklichkeit für eine prophylaktische Mundhygiene nicht gegeben.

Im Rahmen der Professionellen Zahnreinigung bieten wir Ihnen die Möglichkeit, die genannten Probleme zu umgehen. Denn mit einem individuellen Instrumentarium und den erforderlichen Kenntnissen über die Anatomie der Zähne erreichen wir selbst die unzugänglichsten Bereiche der Mundhöhle, um diese von Zahnbelag zu befreien und optimal zu reinigen.

Bei regelmäßiger Durchführung bleiben auf diese Art und Weise Zähne und Zahnfleisch gesund.

Wird durch eine PZR Mundgeruch bekämpft?

Ja. Denn wir erreichen durch die professionelle Plaqueentfernung auch eine Bakterienreduktion, insbesondere in den Schmutznischen – z. B. Zahnzwischenräume, Brückenzwischenglieder, usw. – der Mundhöhle. Denn Mundgeruch entsteht dadurch, dass Bakterien der Mundflora Eiweiß, also z.B. Fleischreste, die in den Zahnzwischenräumen verbleiben, zersetzen.

Wir wissen ja nun, dass im Verlauf der PZR Zahnbeläge, also auch Eiweißreste, beseitigt werden. Somit trägt eine PZR zu einem frischen Atem bei.

Wer benötigt eine PZR?

Über die Risikogruppen wurde bereits im Abschnitt „warum ist eine PZR so wichtig?" gesprochen. Für jeden, dem eine optimale Mundhygiene nicht oder nur eingeschränkt möglich ist, macht eine PZR Sinn. Dazu zählen Kinder, denn diese besitzen noch nicht das nötige motorische Geschick, komplizierte Bewegungsabläufe durchzuführen. Ältere Menschen haben dieses Geschick oftmals bereits verloren. Für den langfristigen Erhalt von Zahnersatz – wie z.B. Kronen, Brücken, Prothesen – stellt die regelmäßige Durchführung von Zahnreinigungen einen entscheidenden Faktor dar, weil dieser kariesanfälliger und oftmals schwieriger zu säubern ist.

In diesem Zusammenhang muss betont werden, dass man nicht pauschalisieren kann, wer regelmäßig eine PZR benötigt und wie oft. Vielmehr muss durch den Zahnarzt für jeden Patienten ein individuelles Karies- und Parodontoserisiko erstellt werden, das durch die oben genannten Faktoren bestimmt wird. Nur anhand dessen kann für den einzelnen Patienten ein individueller Prophylaxeplan erstellt werden.

Wie läuft eine PZR ab?

Eine PZR geht weit über das natürliche Zahnstein-Entfernen hinaus. Während einer PZR nehmen wir uns ca. 45 Minuten für Sie Zeit. Nach Bestimmung des individuellen Karies- und Parodontoserisikos durch spezielle Tests wird der Mundhygieneerfolg überprüft und effiziente Zahnreinigungstechniken demonstriert und eingeübt. Nun werden zunächst harte und weiche Zahnbeläge mit dem Ultraschallgerät schonend entfernt. Mit speziellen Instrumenten reinigen wir gründlich die Zahnzwischenräume, was den entscheidenden Schritt für die Gesunderhaltung von Zähnen und Zahnfleisch darstellt. Anschließend erfolgt eine systematische Politur aller Zahnoberflächen und der Zahnzwischenräume mit Polierkelchen, Zahnseide und fluoridhaltiger Polierpaste. Zum Schluss werden die Zähne mit einem Fluorid-Lack benetzt, was den Zahnschmelz härtet sowie die Zahnhälse versiegelt.

Auf Wunsch besteht die Möglichkeit, hartnäckige Verfärbungen, die sich durch den Genuss von Tabak, Kaffee, Rotwein und schwarzem Tee auf den Zahnoberflächen festsetzen, besonders schonend zu entfernen. Wir verwenden hierzu ein innovatives Gerät, das wir „Air-Flow" nennen. Dabei werden Mikropartikel aus Quarz durch Druckluft beschleunigt und somit Zahnverfärbungen beseitigt, ohne den Zahnschmelz zu verletzen.

Wird die PZR von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen?

Nein. Eine PZR gehört zum Privatleistungskatalog der Kassen und muss somit von unseren Patienten privat vergütet werden.

Bei Kindern wird allerdings die Individualprophylaxe von den Kassen 2mal jährlich übernommen. Darüber hinausgehende prophylaktische Maßnahmen sind ggf. bei erhöhter Kariesaktivität notwendig und sind dann ebenfalls privat zu vergüten.