Teaser FüllungstherapieTeaser Füllungstherapie

Füllungstherapie

Eine Zahnfüllung ist angezeigt, wenn kleinere Defekte im Zahn verschlossen werden sollen. Diese können entweder durch Karies oder durch ein Trauma (z. B. Unfall) entstehen. Die weitaus häufigste Ursache stellt dabei jedoch die Volkskrankheit Karies (=Zahnfäule) dar. Kariöse Läsionen werden teils mit Spiegel und Sonde, teils mit Hilfe von Röntgenbildern diagnostiziert.

Nach Entfernung der Karies gibt es verschiedene Möglichkeiten, die entstandenen Löcher zu füllen:

1. Einlagefüllungen (Inlays)

Den Goldstandard in der Füllungstherapie stellen Einlagefüllungen – so genannte Inlays dar. Nach Entfernung alter Füllungen und kariöser Läsionen wird der Defekt für eine Abdrucknahme vorbereitet. Anhand dieses Abdrucks wird im Labor ein exakt in das Loch (=Kavität) passendes Formstück aus Gold oder Keramik hergestellt. Dieses füllt den entstandenen Hohlraum im Zahn vollständig aus. Die Kaufläche ist anatomisch funktionell nach dem Vorbild der Natur gestaltet, ebenso wie die Kontaktpunkte zu den Nachbarzähnen. Diese Gesichtspunkte sind absolut entscheidend einerseits für den Kaukomfort des Patienten, andererseits für die Langlebigkeit der Restauration. In dieser Hinsicht sind Einlagefüllungen plastischen Füllungen wie Amalgam oder Komposit überlegen.

Eine Einlagefüllung kann bei optimaler Mundhygiene und regelmäßiger professioneller Prophylaxe 15-20 Jahre halten. Das heißt ein Inlay gewährleistet die stabile Versorgung des Zahnes 2-3 Mal länger als eine plastische Füllung. Dadurch wird ein regelmäßiges Auswechseln der Füllung vermieden, was den Zahnnerv schont, die Wahrscheinlichkeit einer Wurzelkanalbehandlung minimiert und die Prognose für den Zahn optimiert.

Nun wollen wir Ihnen die Vor- und Nachteile von Gold- und Keramikinlays vorstellen:

Goldgussinlay

  • Gute Bioverträglichkeit
  • Seit Jahren klinisch bewährt
  • Geringe Bruch- und Ermüdungsempfindlichkeit
  • Mögliche Wärme-/Kälteleitfähigkeit über das Metall
  • Reduzierte Ästhetik

Keramikinlay

  • Optimale Ästhetik, dem natürlichen Zahn angepasst
  • Optimale Bioverträglichkeit
  • Glatte Oberfläche, kaum Anhaftung von Zahnbelägen
  • Hohe Verschleißfestigkeit
  • Kein Übertritt von Metallteilchen in den Speichel, da metallfrei
  • Keine Temperaturfühligkeit an den betroffenen Zähnen
  • Sprödbruchverhalten
  • Hohe Laborkosten, zeitintensive Befestigung am Zahn

Abschließend ist festzuhalten, dass die Füllungstherapie als ein wichtiger Baustein der Zahnerhaltung anzusehen ist, um die Integrität zerstörter Zahnareale wiederherzustellen bzw. Wurzelkanalbehandlungen oder sogar Zahnverlust zu vermeiden.

2. Die Kompositfüllung

Kompositfüllungen (der Volksmund sagt Kunststofffüllung) sind besonders für die Versorgung kleiner und mittelgroßer Defekte sinnvoll – sowohl im Seiten- als auch im Frontzahnbereich. Sie spielen in der heutigen Zeit im Vergleich zu Amalgam die Hauptrolle in der Füllungstherapie. Das hat 4 Gründe:

  1. Maximaler Erhalt gesunder Zahnhartsubstanz bei der Präparation, wir sagen dazu „minimalinvasives Vorgehen".
  2. „Unsichtbarkeit" des Kompositmaterials, weil es zahnfarben ist
  3. Stabilisierung der Zahnwände gegeneinander durch extrem festen Verbund des Werkstoffes mit dem Zahnschmelz (Säure - Ätz – Technik)
  4. Vergleichsweise kostengünstige Versorgung

Allerdings ist anzumerken, dass in seltenen Fällen Überempfindlichkeitsreaktionen nach dem Legen von Kompositfüllungen auftreten können, die jedoch nach Tagen bis Wochen von selbst verschwinden.

Die Überlebensdauer einer Kompositfüllung hängt wesentlich von der Größe des Defektes sowie von der Qualität des verwendeten Materials ab, beträgt jedoch im Durchschnitt ebenfalls ca. 8 Jahre.

3. Die Amalgamfüllung

Amalgamfüllungen sind heutzutage noch angezeigt bei mittelgroßen Defekten im Seitenzahnbereich. Bei kleinen Löchern muss unverhältnismäßig viel gesunde Zahnhartsubstanz geopfert werden, um die Füllung zum Halten zu bringen. Würden wir große Defekte mit Amalgam versorgen, bestünde eine hohe Bruchgefahr der restlichen Zahnwände.

Zur Quecksilberproblematik muss gesagt werden, dass Amalgam im ausgehärteten Zustand ungefährlich ist. Es entstehen jedoch giftige Gase bei der Bearbeitung des Werkstoffes, d.h. beim Legen, Polieren und Herausschleifen der Füllung. Sehr selten löst Amalgam neurologische Beschwerden wie Sehstörungen oder Kopfschmerzen aus. Bei Patienten mit Niereninsuffizienz muss auf andere Werkstoffe ausgewichen werden, da Quecksilber über die Nieren ausgeschieden wird und diese schädigen kann.

Die Kosten für eine Amalgamfüllung werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.
Eine Amalgamfüllung hält durchschnittlich 8 Jahre.